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Von kleinen und großen Eseln und dem Wettkampf der Burschen | Hotelbewertung4you.at

Von kleinen und großen Eseln und dem Wettkampf der Burschen

| Februar 2010 | Kommentare 0

Von kleinen und großen Eseln und dem Wettkampf der Burschen Österreich Urlaub buchen

Die an Bräuchen reichhaltige Osterwoche beginnt in Tirol nicht mit Pauken und Trompeten, dafür aber mit Umzügen und Palmweihen, die an den Einzug von Jesus Christus in Jerusalem erinnern sollen.

In früheren Zeiten waren die Osterbräuche regelrechte Volksfeste – trotz Fastenzeit und den damit verbundenen kulinarisch-asketischen Geboten. Theatralisch, bunt und volkstümlich setzte man die neutestamentarische Bibelstelle um. Und nicht von ungefähr kam man bei den Brauchrequisiten auf Palmen, die als immergrüne Pflanzen symbolhaft für den Sieg über den Tod stehen.

Wer hat die schönsten und längsten Palmlatten?
Schon vor mehr als tausend Jahren kannte man in Tirol den Unterschied zwischen den Palmbuschen (Sträußen) und den wahrlich langen Palmlatten. „Palmen” im streng botanischen Sinne wachsen in diesen Breitengraden natürlich nicht, aber man behalf sich gewissermaßen mit anderem Immergrün wie Buchszweigen oder verwendete andere heimische Bäume und Sträucher. Und diesbezüglich hat sich bis heute kaum etwas verändert. Die traditionellen Palmbuschen sind – zumindest in den ländlichen Regionen – fast in jeder Familie zu finden. Liebevoll werden u.a. die Zweige des Weidenbaumes (die Blüten bezeichnet man übrigens als „Palmkätzchen”) gebunden und mit kleinen Brezeln und bunten Bändern verziert. Die Breze an sich gehörte in früheren Zeiten zum unverzichtbaren Bestandteil des österlichen Speiseplanes. Und die bunten Bänder versinnbildlichen ganz einfach Freude. Auch modische Varianten haben Einzug in dieses österliche Brauchtum gehalten – so haben in manchen Gemeinden Mädchen mit rosa und Buben mit hellblauen Bändern geschmückte Palmbuschen. Nach der Palmweihe in der Kirche werden die Buschen sorgsam aufbewahrt: Sie sollen Haus und Bewohner vor Unwettern und sogar Krankheiten schützen. Eindrucksvoller sind allerdings die sogenannten Palmlatten. Hölzerne Stangen werden mit Immergrün und bunten Bändern umwunden, weiterer Zierrat besteht aus Brezeln und Äpfeln. Die Länge der Stange variiert – entsprechend der körperlichen Größe der Burschen. Und wie bei so vielen Bräuchen kommt auch die volkstümliche Komponente nicht zu kurz: Je länger die sogenannte Palmlatte (in Imst z.B. erreichen die Palmlatten eine Länge von über 30m!), desto größer auch das gesellschaftliche Ansehen des Burschen bzw. der Burschenschaft. Denn manche Palmlatten sind so lang, dass nur mehrere Burschen fähig sind, diese zur Palmweihe zu tragen bzw. aufzustellen. So etwa in Imst, wo es schon einen legendären Wettkampf der Burschenschaften gibt. „Wir haben die schönste und vor allem längste Palmlatte. In die Kirche kommen wir gar nicht mehr rein. Da lohnt sich schon der Aufwand, die vielen Arbeitsstunden und das Probetragen. Letztes Jahr ist uns der Palm knapp vor der Kirche abgebrochen – das passiert uns heuer nicht mehr! Diese Blamage wird sich nicht mehr wiederholen” – so die Aussagen eines ambitionierten Imster Burschen, der die Schmach, sich nicht mit seinen Kollegen „bewiesen” zu haben, noch nicht ganz überwunden hat. Denkt man da eigentlich noch an den religiösen Inhalt des Festes, der Weihe? „Ja, schon, schon. Aber wichtig ist – heuer gewinnen wir. Das zählt, dann sind wir die Besten”.

Wenn der Esel die Prozession begleitet
Wie aber kommt nun der Esel zum Palmsonntagsbrauchtum? Nun, biblische Stellen berichten, dass Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem auf einen Esel ritt. Und dies war der Anlass schlechthin, um im volkstümlichen Brauchtum dieses Bild auch sinnlich nachzustellen: Zur Freude des Publikums und der aktiven Teilnehmer. War kein echter Esel vorhanden, behalf man sich schon vor Jahrhunderten mit einem lebensgroßen Modell aus Holz, dass man auf Rädern durch die Straßen zog. Bei diesen Umzügen kam es aber auch zu „Missbräuchen”, d.h. es wurde so mancher Schabernack getrieben und die Prozessionen mutierten mit Essen und Trinken zu regelrechten weltlichen Volksfesten. Die kirchliche Obrigkeit bot diesem Treiben Einhalt – und verbot vor ca. 200 Jahren das Mitführen eines Esels. In einigen Gemeinden hat man diesen Brauch aber wiederbelebt. So etwa in Hall in Tirol, in Telfs, in Achenkirch oder in Thaur bei Innsbruck. Thaur hat neben dem lebensgroßen Esel aus Holz, der in einer beeindruckenden Prozession hoch auf einen Wallfahrtshügel und anschließend über die Felder mitgeführt wird auch kleinere Eselsvarianten zu bieten. Die Rede ist hier von den „Eselen”, die in Kleinformat auf den Palmbuschen und -latten thronen. Wer etwas im Dorf auf sich hält, hat so eine handgeschnitzte Jesusfigur auf einem Esel reitend. Das kommt nicht von ungefähr: Thaur hat eine lange Tradition als Dorf bekannter Krippenschnitzer und so mancher von ihnen fand und findet in diesem Osterbrauchtum ein neues Betätigungsfeld. Ein bekannter örtlicher Krippenschnitzer meint dazu: „Wir Thaurer pflegen unsere religiöse Volkskultur. Immer wieder kommen Anfragen, ob man denn nicht so einen Esel kaufen könne. Na ja, vielleicht gibt es dabei Ausnahmen, aber prinzipiell ist das unsere ortseigene Sache und wir wollen nicht, dass diese hölzernen Figuren nur als Dekoration verwendet werden. Sie sind unsere Besonderheit und so soll es auch bleiben.”

Sehenswert sind sie allemal – die Palmesel in Miniatur, die mitgeführten großen Holzesel, die üppigen Palmbuschen und die langen Palmlatten. Am Palmsonntag zeigt sich in ganz Tirol volksfrommes und buntes Brauchtum – mit Tradition, aber auch dem Neuem aufgeschlossen. In jeder Gemeinde gibt es Eigenheiten und genau die machen den Reiz aus: manchmal weltlich-festlich, aber immer mit volksreligiösem Hintergrund.

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