Innsbruck – Ein Rundgang zu den schönsten Sehenswürdigkeiten
sg | Februar 2010 | Kommentare 0
Wer die Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck besucht, dem wird zuerst das enge Neben- und Miteinander von Kultur und Natur ins Auge fallen: An den wichtigen Ver-kehrslinien zwischen dem Norden und Süden, dem Osten und Westen Europas gele-gen, eingebettet in die Berge der nördlichen Kalk- und der Zentralalpen war und ist die Stadt ein Ort der Begegnung, des kulturellen Austausches, des Handels, der Wissen-schaften und – vor allem in jüngerer Zeit – des Sports.
Dieses Zusammenwirken ist überall sichtbar, auch mitten im historischen Stadtkern mit seinen kunstvollen Bauten, Museen und Kirchen: Der Blick von der Prachtstraße, der Maria-Theresien-Straße, zur mittelalterlichen Altstadt schließt im Hintergrund immer auch den majestätischen Bergzug der Nordkette mit ein, jener zur barocken Tri-umphpforte das moderne Signet der Stadt, die nach einem Plan von Stararchitektin Zaha Hadid auf dem Bergisel erbaute Skisprungschanze.
Wer durchs Zentrum flaniert, erfährt viel über die Geschichte der schmucken Alpen-stadt: Vor allem der Habsburger-Kaiser Maximilian I. (1459–1519) hat das Bild Innsbrucks am Übergang vom Mittelalter zur Renaissance geformt. Er machte die Stadt zum Zentrum seines Reiches, das sich von Spanien und Burgund bis nach Un-garn erstreckte, und ließ das Innsbrucker Wahrzeichen, das Goldene Dachl, und das im Osten der Stadt gelegene Zeughaus erbauen, das heute ein Museum beherbergt.
Für sein kunstvoll gestaltetes Grabmal plante Maximilian eine Eskorte lebensgroßer Bronzefiguren, die von herausragenden Künstlern seiner Zeit gestaltet wurden. An den 28 so genannten „Schwarzen Mandern“, die die Vor- und Nachfahren Maximilans darstellen, arbeiteten u.a. der Maler Albrecht Dürer sowie die Erzgießer Stefan Godl, Peter Fischer und Peter Löffler mit. Fertig gestellt wurden die Statuen allerdings erst unter Maximilians Enkel, Ferdinand I., der das bedeutende Renaissancekunstwerk in der Innsbrucker Hofkirche aufstellen ließ. Sie liegt im Osten der Altstadt neben der im 15. Jahrhundert errichteten und bis zum Barock mehrmals neu gestalteten Hofburg.
Unmittelbar an die Hofkirche schließt das Tiroler Volkskunstmuseum an, das 1929 eröffnet wurde, um Alltagsgegenstände aus dem bäuerlichen, bürgerlichen und adeli-gen Leben des „alten Tirol“ zu sammeln, zu dem damals auch Südtirol sowie das heu-tige Trentino und die ladinischen Dolomitentäler gehörten. Seit 2009 präsentieren sich diese Sammlungen, die zu den schönsten und beeindruckendsten des Alpenraumes gehören, im neuen Gewand.
Bis ca. 1600 entstand ein Großteil der Innsbrucker Altstadthäuser, die sich – oft vier, fünf Stockwerke hoch – dicht zusammendrängen. Ein Blick über die Innbrücke, die der Stadt auch ihren Namen gegeben hat, gibt Aufschluss über die Hintergründe der mittelalterlichen Bauweise: Dort, am linken Innufer, wo der Hang steil zum Fluss hin abfällt, liegt der älteste Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus mit seinen bunten Häuserzeilen. Als der Platz zu knapp wurde, trat das im Süden Innsbrucks gelegene Kloster Wilten in einem Tauschvertrag jenes Gebiet rechts des Flusses an die weltliche Macht ab, auf dem die heutige Altstadt entstand. Auch hier musste man sich ein wenig bescheiden und baute schmal und hoch. Für eine repräsentable, breite Straße mit Laubengängen, die Herzog-Friedrich-Straße, in der heute Geschäfte und gemütliche Straßencafés zum Verweilen einladen, bot die Altstadt aber dennoch genügend Raum. Jene, die trotzdem hoch hinaus wollen, lädt der gotischen Stadtturm zu einem Besuch ein. Er wurde in den Jahren 1442 bis 1450 als Rathausturm errichtet und überragt die Altstadt 51 Meter hoch. Wo früher ein Turmwächter Ausschau nach Feinden und Bränden hielt, genießt man heute einen herrlichen Ausblick auf die gesamte Altstadt.
Einen Blick in die Geschichte von Innsbruck erlauben Stadtarchiv/Stadtmuseum in der Badgasse. Gemälde, Stadtansichten, Fotografien, Urkunden und vieles mehr können hier in einer umfangreichen Dauerausstellung besichtigt werden. Sonderausstel-lungen, Lesungen und Vorträge vervollständigen das vielfältige Programm des Museums.
Rund um die Altstadt verläuft mit Rennweg, Markt- und Burggraben jene Linie, entlang derer einst die Stadtmauer verlief. Außerhalb liegen die etwas jüngeren barocken und klassizistischen Teil Innsbrucks. Hier befinden sich die Maria-Theresien-Straße mit der Annasäule, einem Standbild zum Dank für den Sieg des Tiroler Volksaufgebotes über bayerische Truppen 1703, die Triumphpforte, die 1765 anlässlich der Hochzeit von Erzherzog Leopold, einem Sohn von Kaiserin Maria Theresia, mit Maria Ludovica von Spanien errichtet wurde, der moderne Congress Innsbruck, der auf das 1629/30 erbaute und für erstaunliche 5.000 Besucher ausgerichtete Comedihaus zurückgeht. Bei dessen Errichtung mögen der damalige Landesfürst Leopold V. und seine Frau Claudia von Medici in zu großem Maßstab gedacht haben – schließlich lebten zu ihrer Zeit nur 7.000 Menschen in Innsbruck –, doch sagt ihr Bemühen viel über den Kunst-sinn der Innsbrucker und ihrer Regenten aus.
Vor allem Erzherzog Ferdinand II. (1529–1595), der das – auf einer Anhöhe im Süden Innsbrucks gelegene – Schloss Ambras für seine Frau Philippine Welser zu einem prächtigen Renaissance-Schloss ausbauen ließ und dort umfangreiche Kunst- und Kuriositätensammlungen anlegte, die auch heute noch zu den schönsten „Wunder-kammern“ zählen, erwies sich als bedeutender Förderer der Kunst.
Im 17. Jahrhundert gelangte das höfische Musikleben mit Künstlern wie Johann Stadlmayr und Marc Antonio Cesti zu voller Blüte. Als heutige Entsprechung dieser Epoche können die im Sommer stattfindenden Innsbrucker Festwochen gelten, die mit Konzerten auf Schloss Ambras, im Hofgarten und an historischen Plätzen sowie den ebenso leicht wie exquisit inszenierten Barockopern Innsbruck zu einem wesentl-chen europäischen Zentrum Alter Musik gemacht haben.
Im 18., 19. und 20. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner auf 130.000. Die rund um das Zentrum entstandenen Stadtteile Wilten, Pradl oder Saggen zeugen mit ihren klassizistischen (Wohn-)Bauten davon. Etwas weiter außerhalb, am Bergisel, begeg-net man einem der historisch bedeutendsten Ereignisse der Tiroler Geschichte, dem Tiroler Freiheitskampf gegen die Bayern und die Franzosen unter Napoleon. In drei Schlachten 1809 blieben die Tiroler unter ihrem Anführer Andreas Hofer siegreich, in der vierten mussten sie sich der Übermacht geschlagen geben. Von den damaligen Ereignissen erzählen eine Andreas-Hofer-Statue auf dem Bergisel und das Riesenrundgemälde, eines der letzten erhaltenen Panoramen aus dem 19. Jahrhundert. Das rund 1.000 m2 große Gemälde zeigt die dritte Bergiselschlacht und soll 2010 in einem neu errichteten Museum auf dem Bergisel eine künftige Heimat finden.
Ebenfalls neu ist die Standseilbahn, die seit 2007 vom Congress in der Innenstadt – mit Zwischenstopp beim Alpenzoo – auf die Hungerburg führt. Das Bauwerk, dessen organisch geformte Stationen an das Fließen von Eis und Gletschern erinnern, ersetzt die vor mehr als 100 Jahren errichtete alte Bahn und entstand – wie die Bergisel-schanze – nach Entwürfen von Zaha Hadid. Von ihrer Bergstation aus gelangt man in den Gondeln der Nordkettenbahn weiter auf die Seegrube (1.905 m) und das Hafe-lekar (2330 m) im Naherholungsgebiet Nordpark, das mit viel Sonne und im Winter auch mit viel Schnee als wahres Paradies für Skifahrer, Wanderer, Mountainbiker, Drachenflieger und Paragleiter auf die Berge lockt.
Mit dem Neubau der Hungerburgbahn und der Sanierung der von Franz Baumann geplanten Nordkettenbahn, die als eines der wichtigsten Bauwerke der klassischen Moderne in Tirol gilt, zollt man dem Ausbau von Wintersport und Tourismus im vergangenen Jahrhundert Tribut. Denn durch den Alpinismus und die neuen (Winter-)-Sportarten wie Skifahren, für deren Ausübung die Berge rund um die Stadt ideal sind, hat sich die Innsbrucker Region mit ihren einstigen Luftkurorten zunehmend zum Sport- und Tourismuszentrum gewandelt. 1964 und 1976 waren die Stadt und die sie umgebenden Dörfer und Berge sogar Austragungsort der Olympischen Winterspiele, und 2012 wird Innsbruck die erste Stadt weltweit sein, die dreimal Olympische Spiele beheimatet hat. Denn im Januar 2012 kommen die 1. Olympischen Jugendwinterspiele nach Innsbruck. Die IIHF-Eishockeyweltmeisterschaft 2005 war der Anlass für eine Erweiterung der großen Eishalle und die Errichtung einer kleineren daneben. Die so entstandene Olympiaworld ist heute nicht nur als Stätte für Prof-sport und Publikumseislauf beliebt, sondern hat sich auch als Zemtrum für kulturelle Großveranstaltungen etabliert.
Ein weiteres sportliches Großereignis stellte die Gastfreundschaft der Tirolerinnen und Tiroler eindrücklich unter Beweis: Die Fußballeuropameisterschaft EURO 2008, die mit drei Spielen im Innsbrucker Fußballstadion präsent war, bei denen übrigens auch der spätere Europameister Spanien live zu erleben war. Zusammen mit der 2005 bis 2007 generalsanierten Bobbahn in Igls, der 2001 neu gestalteten Bergiselschanze und den Skigebieten auf der Nordkette und dem Patscherkofel zeugen diese Bauten von der bedeutenden Rolle Innsbrucks als internationale Sportstadt.
Quelle: http://www.innsbruck.info
Foto: © Innsbruck Tourismus
Informationen: Innsbruck Tourismus, Tel. +43-512-59850, office@innsbruck.info
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Kategorien: Städte
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