Warning: Creating default object from empty value in /homepages/12/d151971081/htdocs/hotelbewertung4you_at/wp-content/plugins/fresh-page/get-custom.php on line 384
Gustav Mahler und seine Zeitgenossen | Hotelbewertung4you.at

Gustav Mahler und seine Zeitgenossen

| Januar 2010 | Kommentare 0

Gustav Mahler und seine Zeitgenossen

Die Jahrhundertwende in Wien gehört zu den spannendsten Epochen – hier tummelten sich die Genies und hinterließen ihre Spuren bis heute.

 Der eine prägte die Musikgeschichte, der andere die Geistesgeschichte; beide waren Österreicher, doch ihre erste und einzige Zusammenkunft fand nicht in Österreich statt, sondern in den Niederlanden: Hier begegneten einander Gustav Mahler und Sigmund Freud. Gustav Mahler erlebte im Sommer 1910 die schwerste private Krise seines Lebens. Eben hatte er entdeckt, dass seine Frau Alma eine Liebesbeziehung zu dem jungen Architekten Walter Gropius unterhielt. Sigmund Freud befand sich gerade in der südholländischen Stadt Leiden auf Urlaub. Mahler wollte sich an den inzwischen weltbekannten Vater der Psychoanalyse wenden, scheute keine Mühe und begab sich nach Leiden. Dort legte er sich freilich nicht auf die sprichwörtliche psychoanalytische Couch, sondern unternahm einen mehrstündigen Spaziergang mit dem Psychiater. Auch ein gemeinsames Abendessen ist überliefert.

 Mahler und Freud trafen zwar in Holland zusammen, wohnten aber in Wien – wie so viele wichtige Persönlichkeiten dieser Zeit. Ohne sich in Übertreibungen zu versteigen, kann man sagen, dass Wien in zwei Epochen als Geisteshauptstadt Weltgeltung besaß: Einmal zwischen etwa 1780 und 1830 – um nur drei Namen zu nennen: Mozart, Beethoven, Schubert. Und einmal ein Menschenleben später, rund um die Jahrhundertwende, als das Habsburgerreich eine letzte Blüte erlebte, während sensible Naturen dessen Untergang schon ahnten.

 Das Erbe der Wiener Jahrhundertwende beeinflusst die Kunst bis heute: Mahler und Schönberg revolutionierten die Musik, Hugo von Hofmannsthal, Hermann Bahr, Peter Altenberg, Arthur Schnitzler und Karl Kraus führten die Literatur ins zwanzigste Jahrhundert. Ernst Mach und Sigmund Freud sind aus der Geschichte der Philosophie nicht wegzudenken. Die Architekten Otto Wagner, Josef Hoffmann und Adolf Loos prägen das Erscheinungsbild von Wien bis heute. Die Maler Richard Gerstl, Oskar Kokoschka und Egon Schiele sowie Gustav Klimt und sein Kreis um die Secession (mit dem darauf prangenden Motto „Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit“) bilden das Herz von einmaligen Sammlungen Wiener Museen. Das Belvedere etwa besitzt die weltweit größte Sammlung von Gemälden Gustav Klimts.

 Das Jahr 1900 bildet eine Art Meilenstein jener Epoche: Sigmund Freud veröffentlichte in Wien sein bahnbrechendes Werk „Die Traumdeutung“. Die Novelle „Leutnant Gustl“ von Arthur Schnitzler erschien in der Neuen Freien Presse. Die Oper „Es war einmal …“ von Alexander Zemlinsky wurde an der Hofoper unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Direktor der Hofoper, heute Wiener Staatsoper, war zu jener Zeit Gustav Mahler, und Alexander Zemlinsky war nur einer der zahlreichen Verehrer von Mahlers Frau. Alma Maria, geborene Schindler, verwitwete Mahler, geschiedene Gropius, verwitwete Werfel, fasziniert und polarisiert bis heute. Für Theodor Adorno war sie schlicht „das Monstrum“, die Schriftstellerin Gina Kaus meinte, sie sei „der schlechteste Mensch, den ich gekannt habe.“ Nobelpreisträger Elias Canetti äußerte sich abwertend über sie, Erich Maria Remarque bewunderte ihre Trinkfestigkeit: „Die Frau ein wildes, blondes Weib, gewalttätig, saufend.“ Gustav Klimt dagegen schieb: „Alma ist schön, ist klug, geistreich, sie hat alles was ein anspruchsvoller Mann von einem Weibe verlangen kann.“ Sein Malerkollege Oskar Kokoschka verfiel ihr in einer selbstzerstörerischen Liebe, und ihr letzter Ehemann Franz Werfel nannte sie die „Lebensspenderin, Hüterin des Feuers.“ Diese charismatische Frau fasziniert bis heute, wie man an dem seit 1996 gespielten internationalen Erfolg von Joshua Sobols Revue „Alma – A Show Biz ans Ende“ sehen kann.

 Alma, damals in einer Liebesbeziehung mit Alexander von Zemlinsky, lernte Gustav Mahler bei einer Soirée im Salon von Bertha Zuckerkandl kennen. An jenem Abend waren unter anderem auch Burgtheaterdirektor Max Burckhard sowie die Maler Carl Moll und Gustav Klimt anwesend. Alma war von dem Komponisten wie elektrisiert: „Ich muss sagen, er hat mir ungemein gefallen“, schrieb sie in ihr Tagebuch, „allerdings furchtbar nervös. Wie ein Wilder fuhr er herum im Zimmer. Der Kerl besteht nur aus Sauerstoff. Man verbrennt sich, wenn man ihm zu nahe kommt.“ Von seiner Musik war sie deutlich weniger angetan, sie nennt sie „herbes Zeug“. Dennoch, Alma verließ Zemlinsky und heiratete den um 19 Jahre älteren Mahler – und war ab jenem Zeitpunkt eine unglückliche Ehefrau, die im Schatten ihres berühmten Mannes verkümmerte und ihrer eigenen Kompositionstätigkeit nicht mehr nachging.

 Bei einem Kuraufenthalt im steirischen Ort Tobelbad lernte sie schließlich den erst 27 Jahre alten Architekten und späteren Bauhaus-Gründer Walter Gropius kennen. Zwischen den beiden entstand eine verzehrende Liebesbeziehung, die erst durch eine „freudsche Fehlleistung“ von Gropius aufflog. Am 29. Juli 1910 kam es in Mahlers Ferienhaus in Toblach zur Katastrophe. Gropius schrieb seiner heimlichen Geliebten einen glühenden Brief voller Anspielungen auf ihre Liebesnächte, adressierte den Brief jedoch irrtümlich an „Herrn Direktor Gustav Mahler, Toblach, Tirol.“ Mahler erlitt einen seelischen Zusammenbruch und begab sich Ende August 1910 nach Leiden, wo es zum Zusammentreffen mit Freud kam.

 Ob Sigmund Freud dem verzweifelten Gustav Mahler helfen konnte, ist nicht klar überliefert. Freud berichtete ein Vierteljahrhundert später: „Wir haben in höchst interessanten Streifzügen durch sein Leben seine Liebesbedingungen, insbesondere seinen Marienkomplex (Mutterbindung) aufgedeckt; ich hatte Anlass, die geniale Verständnisfähigkeit des Mannes zu bewundern.“ Maler telegrafierte an Alma: „Unterredung interessant. Aus Strohhalm Balken geworden.“ Ein knappes Jahr nach der Begegnung mit Freud starb Mahler – ausgerechnet an Gropius’ Geburtstag – an Herzschwäche. Freuds Honorarnote in der Höhe von 300 Kronen hat er nie beglichen.

 LINKTIPPS:

 Oberes Belvedere

Sammlung
Prinz Eugen-Straße 27
1030 Wien

Unteres Belvedere

Prunkräume, Ausstellungen, Orangerie
Rennweg 6
1030 Wien
info@belvedere.at
http://www.belvedere.at/

 Secession

Beethovenfries
Friedrichstr. 12
1010 Wien
T + 43 01 79 557 0
office@secession.at
http://www.secession.at

Leopold Museum

Museumsplatz 1
1070 Wien
Tel: 43 1 52570-0
office@leopoldmuseum.org
http://www.leopoldmuseum.org/

Sigmund Freud-Museum

Berggasse 19
1090 Wien
Tel +43 1 319 15 96
office@freud-museum.at
http://www.freud-museum.at

Quelle: www.austriatourism.com

No related posts.

Kategorien: Kultur

Tags:

RSSComments (0)

Trackback URL

Leave a Reply

(Alter bei Reiseantritt)
Urlaub in Österreich
Booking
Urlaub in den Alpen