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Gustav Mahler in Österreich | Hotelbewertung4you.at

Gustav Mahler in Österreich

| Januar 2010 | Kommentare 0

Gustav Mahler in Österreich

Ob Höllengebirge oder Wörther See – Gustav Mahlers Werke sind tief mit österreichischen Landschaften verbunden. Und die Landschaften mit Mahlers Musik.

 Nach vielen Stationen eines bewegten Dirigentenlebens – von der Kurkapelle Bad Hall über Prag, Leipzig, Budapest und Hamburg – erlangte Gustav Mahler 1897 die in Europa herausragende Stellung eines ersten Kapellmeisters und Hofoperndirek­tors in Wien. Kein Wunder, dass der vielbeschäftigte Mann nur in der spielfreien Zeit, den großen Sommerferien, zum Komponieren kam. Mahler war extrem lärmempfindlich, weshalb er Urlaubsdomizile in großer Abgeschiedenheit weitab vom geschäftigen Trubel Wiens bevorzugte.

 Das erste dieser Domizile befand sich am oberösterreichischen Attersee. Der damalige Kapellmeister am Hamburger Stadttheater residierte in den Sommermonaten der Jahre 1893 bis 1896 im „Gasthof zum Höllengebirge“ (heute Föttinger) in Steinbach. Gesellschaft leisteten ihm seine Geschwister Justine, Emma und Otto sowie die Geigerin Natalie Bauer-Lechner. Am Vormittag blieb der „Ferienkomponist“, wie er sich selbst nannte, auf seinem Zimmer und schrieb. Nach dem Mittagessen unternahm man gemeinsame Spaziergänge oder stattete mit dem Dampfer Bekannten in Nussdorf oder in Seewalchen Besuche ab, wobei Mahler stets sein Notizbuch für spontane Einfälle mit sich führte. Am Attersee entstanden Teile der zweiten und die gesamte dritte Sinfonie.

 Trotz des beschaulichen Lebens wurde der Lärmpegel im Gasthof durch einkehrende Wanderer manchmal zu hoch. Also beschloss Mahler bereits im ersten Sommer am Attersee, direkt am Ufer ein eigenes Komponier-Häuschen errichten zu lassen. Ab 1894 machte er sich hier an die Vertonung der dramatischen Landschaft, wie er seinem Freund Bruno Walter bei einem Spaziergang am Fuße des steil aufragenden Höllengebirges ironisch erklärte: „Sie brauchen gar nicht mehr hinzusehen, das habe ich alles schon wegkomponiert.“

 Im Sommer 1896 kam es allerdings zu einem Zerwürfnis mit dem neuen Pächter des Gasthofes und Mahler kehrte nicht mehr an den Attersee zurück. Sein Komponierhäuschen diente lange Jahre als Waschküche, Schlachthaus und sogar als Sanitäranlage eines Campingplatzes. Im Jahr 1985 wurde durch die Internationale Gustav Mahler Gesellschaft und die Familie Föttinger eine Gedenkstätte eingerichtet, wo seither ganzjährig Originaldokumente, Fotos, Noten und Mahlers Klavier zu besichtigen sind.

 Mahler verbrachte die folgenden Sommer ebenfalls im Salzkammergut, weiter südlich diesmal, im Ausseerland. In Bad Aussee wurde er freilich von den Klängen der Kurkapelle gestört, und bei seiner damaligen Vertrauten Natalie Bauer-Lechner beschwerte er sich: „Diese sechs Wochen sind für mich die wichtigsten des Jahres. Ich kann die Ferien nicht genießen und warten bis mich der Heilige Geist besucht wie jemand anders. Das Ende des Urlaubs hängt wie ein Damoklesschwert über mir! Was für ein armer Kerl ist doch ein Musiker!“ Als ruhiger erwies sich der Sommer in Altaussee, wo noch heute in der von Regisseur Gernot Friedl bewohnten „Brudervilla“ Mahlers Klavier steht.

 Im Juni 1901 bezog Mahler – nun bereits hoch bezahlter Operndirektor und Dirigent –  sein eigenes Ferienhaus in Maiernigg in Kärnten. Die „Villa Mahler“ stand direkt am Wörthersee, ein sympathisches, typisches Sommerfrischehaus der Jahrhundertwende mit einer überdachten Veranda und einem großzügigen Balkon. Von hier aus konnten Gustav Mahler und – ab 1902 – seine Frau Alma einen großartigen Blick über den See genießen.

In Kärnten entstanden zahlreiche von Mahlers Hauptwerken: Die fünfte, sechste, siebente und achte Sinfonie sowie die „Kindertotenlieder“ nach Gedichten von Friedrich Rückert.

 Um ungestört arbeiten zu können, ließ Mahler nach dem Atterseer Vorbild im Wald nahe der Villa ein Komponierhäuschen erbauen. Der schlichte Raum war nur mit einem Schreibtisch, einem Sofa und einem Klavier ausgestattet. Hier arbeitete Mahler vormittags. Der Nachmittag gehörte dem Vergnügen. Mahler war sehr sportlich und widmete sich je nach Laune dem Schwimmen, Rudern oder Bergwandern, wobei er laut Alma ein beachtliches Tempo vorlegte: „Ich musste über Zäune klettern, durch Hecken kriechen. Meine Mutter besuchte uns in dieser Zeit. Sie war entsetzt: Mahler hatte uns auf einen Berg geschleppt, auf den man kaum hinauf konnte.“ Freilich, nicht alle Sommer am Wörthersee verliefen harmonisch und schön. 1907 starb die fünfjährige Tochter der Mahlers, Maria, in Maiernigg an Diphterie. Mahler, tief getroffen, verkaufte das Haus.

 Das Komponierhäuschen am Wörthersee ist heute wie jenes am Attersee ein kleines Museum. Hier kann man, wie einst Gustav Mahler, den „genius loci“ auf sich wirken lassen, sämtliche Werke des Komponisten hören und in einer umfangreichen Mahler-Bibliothek blättern. Briefe, Postkarten, Partituren sowie Fotos, darunter viele Originale, ermöglichen eine Zeitreise in die Jahrhundertwende.

 Alma Mahler machte sich 1908 auf die Suche nach einer neuen Sommerresidenz und wurde in Alt-Schluderbach bei Toblach in den Sextener Dolomiten fündig. Im Trenkerhof, einem großen Bauernhaus, standen den Urlaubern 11 Zimmer und zwei Veranden zur Verfügung. Die herrliche Berglandschaft mit ihren Sommerwiesen und Lärchenhainen inspirierte Mahler, der wieder in einem eigens errichteten Rückzugs-Häuschen „Das Lied von der Erde“, die neunte Sinfonie sowie das Fragment der zehnten Sinfonie komponierte. Der abgelegene Bergbauernhof aus dem 16. Jahrhundert beherbergt heute ein Gustav Mahler-Museum, und auch das im Wald gelegene einfache Holzhäuschen, das Mahler als Komponierstube diente, kann besichtigt werden.

 Und auch, wenn der Trenkerhof heute in Südtirol steht – es gab keinen anderen Komponisten, dessen Werk so von österreichischen Landschaften geprägt wurde wie Gustav Mahler. Wobei dieser, sollte es hart auf hart gehen, seine geliebte Sommerfrische gegen Wien eingetauscht hätte, wie er einmal ironisch bemerkte: „Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles 50 Jahre später…“

 LINKTIPPS:

 Schauraum „Mahler in Österreich“

Mahler ist im „Haus der Musik“ im 1. Bezirk ein eigener Raum gewidmet, der von seinem Großneffen Peter Mahler gestaltet wurde. Freunde der zeitgenössischen Bildenden Kunst finden hier Arnulf Rainers „Totenmaskenübermalung Gustav Mahlers“.

Haus der Musik
Seilerstätte 30
1010 Wien
Tel. +43 1 513 48 50
Fax. +43 1 513 48 50 48
http://www.hdm.at
info@hdm.at

Komponierhäuschen/Museum in Maiernigg

Infos: Kulturabteilung der Stadt Klagenfurt
Theaterplatz 3
A-9020 Klagenfurt
Tel. +43/463/ 537 5632
http://www.gustav-mahler.at 
gustav.mahler.museum@chello.at

Komponierhäuschen am Attersee

Familie Föttinger
Seefeld 14
A- 4853 Steinbach am Attersee
Tel.: +43 7663 8100
Fax: +43 7663 810042
http://www.mahler-steinbach.at

Arnold Schönberg Center

Musikmanuskripte des Komponisten befinden sich im Archiv des Arnold Schönberg Centers, das übrigens ein wahrer Geheimtipp für Musikkenner ist. 



www.schoenberg.at

Friedhof Grinzing

Wer Mahler an seiner letzten Ruhestätte besuchen will, fährt auf den Friedhof Grinzing. Hier sind Mahler und seine Tochter Maria Anna begraben, schräg gegenüber von Mahlers Frau und Witwe Alma Mahler-Werfel und deren Tochter Manon Gropius.

An den langen Lüssen 33
1190 Wien

Quelle: www.austriatourism.com

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Kategorien: Kultur

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